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Duran Duran - Seven and the Ragged Tiger

 Der beste musikgewordene Sex der letzten vierzig Jahre... and more.
Ohne jetzt allzu lang die Geschichtskeule zu schwingen, kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass Duran Duran, eine der Pionierbands im Bereich des Musikvideos sowie Galionsfigur der zweiten britischen Invasion des amerikanischen Musikmarktes, 1983 eine der größten Bands der Welt waren: das 1982 erschienene Rio mit seiner legendären Hitsingle Hungry Like the Wolf und den von Dekadenz und Reizüberflutung geprägten Musikvideos machte die Band, bis dahin eher als Insider-Tipp gehandelt, plötzlich auf beiden Seiten des Atlantik zu Stars. Die Hochstilisierung zu Ikonen wurde durch das sehr Boyband-mäßige Teenagerschwarm-Aussehen der fünf Bandmitglieder nur noch mehr begünstigt und führte bis zu einem gewissen Grad auch zur Kategorisierung der Gruppe als eine Art Vorläufer der New Kids on the Block und dergleichen.

1983 steht die Band vor dem Problem, einen angemessenen Nachfolger zum Überalbum zu schreiben. Man sieht…
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Various - Belgian Nuggets 90s-00s: Volume 1

 Es ist schön, wenn etwas erhalten bleibt - egal, ob das Kochrezepte oder Häkelhauben sind. Das Gefühl, Werke vergangener Tage,  großer wie kleiner Bedeutung, für die Nachwelt konserviert und verfügbar gemacht zu haben, muss toll sein. Und gerade bei Musik gibt es sehr viele Bands - die eindeutige Mehrheit aller jemals existierenden Bands und Solokünstler - die auf kleine, engagierte Fanbasen angewiesen sind, um ihr Werk am Leben zu erhalten. Ein Beispiel für einen solch leidenschaftlichen Musikfreund ist der Belgier Tony Vandenbogaerde. Er betreibt in dem kleinen, grenznahen Städtchen Kortrijk das Label Mayway Records, welches sich auf kleine Releases belgischer Independent-Künstler spezialisiert. Zusätzlich zu denen denkt der Liebhaber, der gemeinsam mit seiner Frau die Plattenfirma führt, jedoch größer: er möchte - so in eigenen Worten - neue Maßstäbe in Belgien und darüber hinaus setzen. Wie so oft war ihm dabei der Zufall behilflich: vor einigen Jahren kaufte Tony eine riesige CD…

Heaven's Gate - Das Tor zum Himmel (1980)

Die USA sind doch in Wirklichkeit eine gottverdammte Bananenrepublik.

Ungefähr einmal pro Jahrzehnt erscheint ein Film, der mehr als nur ein einfacher Flop ist. Aus kommerzieller Sicht ist er ein Desaster, eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, den Hollywood als Anlass zu allen möglichen Regeländerungen nimmt, der von allen Filmschaffenden als Negativbeispiel hochgehalten wird, wie man es nicht machen sollte. Unlängst erst erschien mit John Carter so ein Film. Die 60er hatten Der Untergang des römischen Reiches. Die 70er hatten Mohammed - Der Gesandte Gottes. Und die 80er hatten Heaven's Gate, einen Film, der zum Verkauf seines Studios führte und bei der US-Kritik bis heute kaum ein gutes Haar hat. Und das nur, weil Amerikaner ein verdammt ignorantes Volk sind.

Schon die Einführung in Michael Ciminos (The Deer Hunter, Im Jahr des Drachen) opus magnum erinnert einen an groß angelegte Epen wie Der Pate, zumal offensichtlich dieselben Farbfilter wie bei Coppolas Film benutzt wurd…

Falco - Einzelhaft

Oder: als der Falke ausflog, um mit der Apathie seiner Generation berühmt zu werden.

Wien: das ist sozialer Knotenpunkt, Kulturhochburg und magischer Ort der Selbstentfaltung für viele junge Österreicherinnen und Österreicher. So sagt man. Ebenso ist Wien jedoch Prostitution, Armut und Drogenumschlagsplatz, im Guten wie im Schlechten etwas von einer Miniaturausgabe Berlins. Und was Berlin 1982 die Einstürzenden Neubauten, das war in Wien Falco. Ein famoses Debut, das auch heute noch von den ewig frischen Grooves und der genauen Beobachtung seiner Scene lebt.

Sehr minimalistisch kommt das Gros der Platte daher. Der Opener Zuviel Hitze bedient sich lediglich einer sanften Drum Machine, eingestreutem Bass und wenigen Gitarren- sowie Keyboardfragmenten. Aber ehrlich - zu diesen Texten passt weder der Pomp von Pink Floyd noch die grobkörnigen Schlachtgesänge der Sex Pistols oder der frühen Clash. Falco beschwört ein Wien der Nacht herauf, eines, das sich am Straßenstrich, in Junkiewohnungen …

Der Pate - Teil II (1974)

Everything dies... im zweiten Teil der Pate-Trilogie muss der neue Don dies am eigenen Leib erfahren und verliert dabei seinen Verstand.

Nach dem Erfolg von Der Pate war man bei Paramount darauf bedacht, von Regisseur Francis Ford Coppola möglichst schnell einen Nachfolger präsentiert zu bekommen. Dieser weigerte sich jedoch vehement und wollte den zweiten Paten von seinem Kollegen Martin Scorsese (Hexenkessel) drehen lassen. Nach vielen Überwürfen fand sich Coppola jedoch erneut im Regiestuhl der Corleones. Und es war verdammt gut so: Der Pate - Teil II gilt als eine der besten Fortsetzungen aller Zeiten und rangiert auch bei mir persönlich an höherer Position als der Vorgänger. Eine Beschreibung des Wahnsinns.

Wie auch in Teil 1 wird die grundlegende Motivik des Films in der ersten Szene offengelegt: es geht um den Tod. Um den Verlust geliebter Menschen, um Rache. Der neunjährige Vito Andolini begleitet seine Mutter auf das Begräbnis seines Vaters, den der Mafiaboss des kleinen sizili…

Der Pate (1972)

Bonasera, was habe ich dir getan, dass du mich so respektlos behandelst? Du kommst in mein Haus, am Hochzeitstag meiner Tochter, und bittest mich, einen Mord zu begehen... Ein großer Film über eine große Familie in einer großen Zeit.

Ich glaube, jeder hat schon einmal Der Pate gesehen. Wirklich, das ist meine feste Überzeugung. An Francis Ford Coppolas Mammutwerk vorbeizukommen, ohne stehen zu bleiben und es zu betrachten, das ist eigentlich nicht machbar. Zu oft wurde die Geschichte um die Familie Corleone in anderen Medien aufgegriffen, wurde parodiert, ihr wurde Tribut gezollt. Zu diesem Film steht wohl nahezu schon alles geschrieben, was man schreiben kann. Dessen ungeachtet, ist es für mich ein absolutes Muss, diesen Film auf meinem Blog zu besprechen. Das bin ich alleine schon der Geschichte meiner Leidenschaft für Film schuldig. Ein Versuch, den Paten nicht zuletzt auch in einen persönlichen Kontext einzuordnen.

Es wirkt wie das Abtauchen in eine andere Zeit: Coppolas Grandeur,…

In der Hitze der Nacht (1967)

Der Süden der USA war ja noch nie für Weltoffenheit und Toleranz bekannt. Ein Film aus dem Gestern für das Heute.

Schon die Einführung ist ein zweischneidiger Kunstgriff: vollkommene Finsternis. Aus der Ferne nähert sich die riesige Leuchte eines alten Zuges. Die roten Warnsignale leuchten im Takt der Musik, die das Geschehen begleitet, auf. Es ist Ray Charles, der das Titellied In the Heat of the Night vorträgt. Zum Einen merkt man: es wird sich wohl um einen schwarzen Protagonisten handeln. Und zum Anderen: die Finsternis deutet an, dass die nächsten zwei Stunden einen unschönen Blick auf den Alltagsrassismus im dirty south werfen werden - eine dunkle Seite der menschlichen Seele, um das Bild jetzt begreiflich zu machen. Diese zwei Einstiegsminuten mit ihren raffiniert übereinandergelegten Bildern, den Lichtspielen, die allmählich einen ersten Blick auf das provinzielle Setting des Plots erhaschen lassen, sind bereits Gold wert. Und in all ihrer Kürze und Prägnanz zeitlos. Das typis…