Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom 2016 angezeigt.

Plattenbörse in der Salzburger Panzerhalle (3.12.2016)

Als großer Musikfan und Hobby-Vinylsammler war es für mich natürlich ein Muss, die Plattenbörse in meiner Heimatstadt Salzburg zu besuchen, welche gestern in der Panzerhalle stattfand. Natürlich habe ich auch einige - teils lange gesuchte - Mitbringsel erwerben können, die ich in diesem Post kurz vorstellen möchte.


Beim Eintritt in die Veranstaltungshalle war ich gleich mal ziemlich überrascht, war doch von den angekündigten 350 Besuchern und 30 Ständen noch recht wenig zu sehen - das mag jedoch daran gelegen haben, dass ich bereits eine halbe Stunde nach Eröffnung dort war. Genug Auswahl gab es dennoch schon - auf dem Foto links sieht man bereits den ersten großen Stand, an dem ich auch gleich fündig geworden bin - , also hieß es sogleich: Rein ins Vergnügen! Auf meiner Odyssee durch die nicht enden wollenden Stapel von LPs, Singles, LPs, CDs und sogar DVDs hielt ich einiges an Raritäten in den Händen - Amon Düül IIs Phallus Dei beispielsweise, ein wahrer Monolith des deutschen Progr…

Genesis - Selling England by the Pound

Wer jemals das "Glück" hatte, mich durch irgendein unvorsichtig gewähltes Stichwort auf Genesis zu bringen, der oder die muss hier eigentlich gar nicht mehr weiterlesen, denn meine Ansicht zu "Selling England by the Pound" habe ich wohl schon vielen Mitmenschen mehr oder minder unfreiwillig aufs Auge gedrückt. Doch alle anderen (und natürlich auch erwähnte Zeitgenossen) lade ich ein, meine Kritik zu dem Album zu lesen und sich anschließend selbst ein Bild zu machen. Viel Vergnügen!

1972: Genesis haben sich in Kontinentaleuropa bereits eine treue Fangemeinde erspielt - besonders in Italien und Belgien, wo die beiden Platten Trespass und Nursery Cryme große Erfolge wurden. Nach exzessiven Touren durch Europa und vereinzelt auch schon Nordamerika setzt sich die Truppe um Peter Gabriel, Steve Hackett, Tony Banks, Mike Rutherford und Phil Collins (der damals gerade mal sein zweites Jahr bei Genesis bestreitet) im Keller einer Tanzschule irgendwo in London zusammen und …

David Bowie - Young Americans

Eine der wichtigsten Eigenschaften David Bowies war seine musikalische Unberechenbarkeit, die manche Fans insbesondere in den 70er-Jahren regelmäßig auf die Palme brachte. Besonders deutlich wurde dies im März 1975, als das neunte Studioalbum des legendären Briten erschien: Young Americans verzichtete vollkommen auf den härteren Glam-Sound, der Bowies Arbeit bis zu diesem Zeitpunkt prägte. Mit Young Americans begab sich Bowie auf das von schwarzen Musikern beherrschte Terrain des Soul, was viele Fans nicht goutieren konnten. Nun, mehr als vierzig Jahre später, versuche ich mit diesem Post zu beantworten, wieso ich Young Americans als das absolute, vollkommene Meisterwerk des David Bowie noch mehr verehre als Heroes oder Never Let Me Down.

Entgegen dem typischen Sound des Albums, beginnt die Platte mit ein paar Schlägen auf dem Drumset, bevor die restlichen Instrumente, darunter auch ein wunderschönes Saxophon, einsetzen. Der Text des Liedes handelt dann vom Dilemma zweier frisch verhe…

Bastille - Wild World

Überraschungserfolge sind heutzutage in der Musik keine Seltenheit. Gut, das waren sie nie so wirklich, aber heutzutage ist es normal geworden, dass Bands quasi aus dem Nichts die Charts stürmen. Einer der größten Erfolge jüngerer Zeit war das Debütalbum Bad Blood der vierköpfigen Indie-Band Bastille aus dem Süden Londons. Der Nachfolger zu Bad Blood ist heute erschienen und trägt den programmatischen Titel Wild World.

Der Pre-Chorus ist eine fast völlig vergessene Kunstform innerhalb der Musik, quasi eine Sub-Kunst. Was in den letzten Jahren die meisten Songs eher unnötig in die Länge zog als dass es ihnen irgendwie mehr Substanz verlieh, wird unter der geistigen Führung des Bandgründers, Produzenten und Songwriters Dan Smith wieder zu dem Bestandteil eines Songs, den man fast am liebsten hört, so versammeln sich bei Bastille die verschiedenen Elemente der Instrumentierung im Pre-Chorus, bevor dann der "normale" Chorus ertönt. Das lässt sich gleich beim Opener Good Grief fe…

David Bowie - Never Let Me Down

Ich weiß - zweimal Bowie am selben Tag wirkt etwas einfallslos. Aber eine Kritik zu Bowie war längst überfällig, deshalb folgt sogleich die zweite. 

In meinem Post zu Invisible Touch von Genesis fand Never Let Me Down als eines jener Alben, die bestenfalls noch ignoriert werden, Erwähnung. Und wahrlich, das Schicksal dieser Platte ist ein hartes, ziemlich ungerechtes. Wieso ich Never Let Me Down als eines der besten Alben Bowies bezeichnen würde, ist hier nachzulesen. (Und an alle Unkenrufer: Ja, ich meine es ernst!)
In einer Erzählung, die ich vor einiger Zeit geschrieben habe, findet sich auch Never Let Me Down wieder. Ich schrieb, eine der großen Stärken des Albums sei die Kombination von ernsthaften, ziemlich düsteren Texten und enorm tanzbarer Musik, die ganz am Puls des Erscheinungsjahres 1987 war. Dies kommt bereits beim ersten Song Day-In Day-Out voll zur Geltung, dessen Rock-Harmonien im krassen Gegensatz zur Erzählung über eine Frau, die als Baby ausgesetzt wurde und in einem…

David Bowie - The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars

Glam Rock war eine Modeerscheinung der Musikgeschichte, die gerade mal vier Jahre von kommerzieller Bedeutung war. Einer ihrer Pioniere war David Bowie, der das Genre mit seinem 1970 erschienenen The Man Who Sold The World  begründete und damit eine Lawine an mäßig talentierten Typen in schrillen Kostümen, die teils wirklich idiotische Texte sangen, lostrat. Wirklich nennenswerten Output lieferten vor allem die beiden Genrepioniere Bowie und Marc Bolan, der 1972 mit 20th Century Boy einen Welthit landete. Im selben Jahr gelang auch dem jungen, höchst talentierten Bowie der endgültige Durchbruch mit seiner fünften LP The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars, die heute von vielen als sein bestes Album angesehen wird. Ob ich mich dieser landläufigen Meinung anschließe, erfahrt ihr hier.

Für ein Glam-Album beginnt dieses hier sehr leise: Ein langsames Fade-In lässt allmählich Drums erahnen, nach ungefähr fünf Sekunden ertönt ein einzelnes Piano-Riff und zum ersten Mal…

Filmkritik: Spring Breakers

Seit längerer Zeit geisterte ein nicht ganz unumstrittenes Filmchen auf meiner Netflix-Liste, das ich bislang stets erfolgreich ignoriert habe. Aber heute Nachmittag überkam mich die Lust, das kontroverse Werk einmal zu sehen und so kam es auch zu diesem Blogpost: Willkommen in der irren Welt von Spring Breakers! (Die folgenden drei Absätze enthalten Details zur Handlung!)

Das Semester ist um und die vier Freundinnen Faith, Candy, Cotty und Brit träumen seit Jahresanfang davon, nach Florida zum berühmten Spring Break, der größten Semesterparty der Vereinigten Staaten, zu pilgern. Doch sie haben nicht genug Geld, weshalb drei von ihnen ein Diner irgendwo am Highway überfallen, um nicht mit leeren Taschen gen Süden zu reisen. Dort angekommen, stürzen sich die Mädchen ins ungezügelte Vergnügen, bis sie verhaftet werden und vor ein Gericht kommen. Doch das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange...


Der Gangster Alien (genial: James Franco!) zahlt die Kaution für die vier und führt …

Dire Straits - Brothers in Arms

Die Verkaufszahlen sagen in aller Regel wenig über die dargebotene Qualität einer Platte aus - die besten Beispiele dafür liefern Michael Jacksons Thriller, das sich mysteriöserweise über 70 Millionen Mal verkaufte oder der ähnlich unsägliche Soundtrack zur Whitney-Houston- Schnulze The Bodyguard (50 Millionen). Ausnahmen bestätigen die Regel - in diesem Fall Brothers In Arms von den legendären Dire Straits rund um Mark Knopfler, eine Platte, die wohl ein ganzes Jahrzehnt definierte und bis heute viele Hörer in ihren Bann zieht. Mit 30 Millionen verkauften Exemplaren ist das Album auch das mit Abstand erfolgreichste der Band. Wieso das so ist und wieso dieses Album close to perfect ist, erfahrt ihr hier.

Das für sein Gitarrenspiel berühmte Gründungsmitglied Mark Knopfler ist eigentlich ausgebildeter Journalist - ein Beruf, der zwar sehr spannend sein kann, dem jungen Gitarristen jedoch keine Zukunftsperspektiven bot. So kam es, dass er in den 1970ern in zahlreichen Bands durch zahlrei…

Genesis - Duke

Nach einem vergangenen Post über Invisible Touch kommt hier nun ein weiteres von vielen missverstandenen Genesis-Alben, das über weite Strecken grandios eingespielte Duke von 1980.

Nachdem die Band 1978 plötzlich nur mehr aus den drei Mitgliedern Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks bestand, veröffentlichte man das zugegeben ziemlich kitschige And Then There Were Three, Zeugnis einer Band, die nicht so recht wusste, wohin ihre Reise künftig gehen sollte. Gewissermaßen anspornend wirkte daher die 1979 vollzogene Scheidung von Phil Collins, die ihn in eine tiefe Sinnkrise stürzte, welche er musikalisch erst mit seinem 1985 erschienenen Album No Jacket Required wirklich überwunden hatte. In dieser schweren Stunde schrieb Collins sehr viel Songmaterial für sein Debütalbum Face Value von 1981 (ebenfalls ein großartiges Stück Musikgeschichte!), aber ebenso für ein weiteres Genesis-Album. So kam es, dass sich die Band Ende 1979 wieder traf und unter dem steten Einfluss Phil Collins&#…